Montag, 25. April 2011

Und dann ging Polly


Der kleine Spion aus dem Weltall hat heute früh unerwartet diese Erde verlassen und lässt mich tieftraurig und doch dankbar zurück.

Tieftraurig, der kleinen Polly nie mehr den Bauch streicheln und ihr bei ihren wilden Ideen zusehen zu können, tieftraurig jetzt ein riesiges Loch im Herzen zu haben.

Aber auch dankbar, mich so in sie verlieben zu dürfen, fast drei Jahre jeden Tag zu denken: "Was für eine abgefahrene, irre süße Katze sie doch ist."


Sie war ein ungestümer Wirbelwind und zu wagemutig um alt zu sterben.
Ein Auto hat sie heute angefahren und sie so schwer verletzt, dass wir mit den Ärzten die Entscheidung treffen mussten, sie gehen zu lassen.
Wir haben sie gestreichelt bis sie nicht mehr hier war.

Wir wissen nicht woher sie kam und wie viele ihrer Leben sie vor der Zeit im Tierheim schon aufgebraucht hat. Bei uns alleine waren es zwei.

Zwei mal hat sie auf wunderhafte Weise Dinge überlebt, die man dem kleinen Wesen nicht zugetraut hätte.
Und zwei mal hab ich gespürt, dass sie mein bester kleiner Freund ist auf den ich aufpassen muss.

Aber ich wollte sie auch nicht einsperren vor Angst, sie zu verlieren und ihr somit das Leben zu nehmen das sie führen wollte.
Sie war ein rasender Wirbelwind dem sehr viel gefehlt hat was Katzen ausmacht. Aber was sie auch so besonders und zu Polly machte:
Sie hat nie miaut oder wie Mali geningelt um gefüttert zu werden, sie hatte vor Nichts und Niemandem Angst und lebte in ihrer eigenen Welt, in ihrem Tempo und liess sich von nichts aus ihrer Ruhe bringen.
Sie raste Abends und nach dem Frühstück durch die Wohnung, sprang auf Schränke und brauchte ihre Freiheit auf dem Dach.

Stumm und ruhig beobachtete sie uns und liebte es über alles, dem Chouchou beim Reparieren von Geräten oder mir beim Basteln zuzusehen.
Sie war immer stumm und ruhig.
Aber sie liebte es zu kuscheln, legte sich auf den Rücken und fiepte vor Glück wenn man sie knuddelte und streichelte und schlief wie ein Stofftier neben mir und meinem Kopf.

Das werde ich so vermissen.
Aber nie nie nie vergessen.

Ich habe heute wieder einmal begriffen, wie wichtig jeder Tag ist, der gut gelebt wird.
Nicht halbherzig, sondern mit ganz viel Liebe.
Heute tut all diese Liebe schrecklich weh aber ich bin trotzdem dankbar für sie.

Ich hatte noch nie ein Tier dass ich so geliebt habe.
Und ich glaube auch kaum, dass es je eine Katze geben wird, die Pollys Loch in mir füllen kann.
Aber ich weiß aus Erfahrung, dass andere Dinge kommen werden und dieses Loch dann nicht mehr weh tut.
Zeit heilt alles.

Ich bin dankbar für die Zeit mit Polly, die aus so vielen Tagen und Erlebnissen besteht, dass ich wohl ein kleines Buch darüber schreiben werde.
Wenn es nicht mehr so weh tut.

Jetzt aber bin ich froh um Mali, die sehr katzenhaft ist und spürt wenn sie zum trösten neben einem liegen muss.

Und erinnere mich an den aufregenden Tag, an dem Polly zu uns kam.


Samstag, 12. März 2011

Wir häkeln uns eine kokonisierte Welt

Aus aktuellem Anlass schlage ich vor, der Zukunft mit kuscheligem Handwerk zu begegnen. Aus bunter Wolle schützende Hüllen häkeln die zumindest das grausige Grauen farbenfroh überschimmern...

Knit The City

Albern? Vielleicht. Aber im Moment brechen Atomkraftwerke und Erdplatten auseinander, Millionen Leben werden niemals werden wie zuvor und wir realisieren, dass wir zu weit gegangen sind. Ununterbrochenes Nachrichten gucken und debattieren lenkt uns ab aber das Gefühl, von nun an nicht mehr steuern zu können sondern nur noch mit zu schwimmen, wird sich verhärten.
Es darf uns aber nicht verkrusten, denke ich.
Darum weiche bunte Wolle. Oder was auch immer.
Und so lange es noch geht, das Leben da draussen geniessen und unseren wunderschönen Planeten mit Liebe und Nachsicht behandeln.
Nie nie nie verkrusten und verhärten!!

Mittwoch, 9. März 2011

Tote Trauben

Mir kommt es vor, als würde ich öfters mit Erstaunen gefragt ob ich "doch" Rosinen mag als andere.
Meist von denen, die auch ungläubig fragen, ob ich als Vegetarierin auch keine Wurst esse.
Vielleicht bilde ich mir diese Korrelation nur ein, vielleicht erkläre ich sie mir aber auch so:
Vegetarierin = keine toten Tiere = keine toten Trauben.
Ist wohl wirklich etwas weit her geholt.
Aber ich werde das jedes Jahr von der gleichen Person gefragt, die mir zuliebe Oster-Brioches ohne Rosinen gebacken hat. Das finde ich süß von ihr und etwas doof für mich, denn ich liiiiiiebe Rosinen!

Donnerstag, 17. Februar 2011

Biophilie ist die Faszination am Lebendigen.
Unsere Sehnsucht nach anderen Wesen. Tiere und Pflanzen als symbolische Spiegel an denen wir Gefühle und Gedanken orientieren. (Edward O. Wilson im Greenpeace Magazin)
Tiere als "natürliches Ritalin" das beruhigt. Uns offener macht. Auch wenn Wahrnehmungstiefe oft als Leistungshindernis angeprangert wird ist sie doch der Weg zurück zu uns und unserer Ruhe. Darum: Raus gehen. In die Natur. Atmen und schmutzig werden. Unermesslich wichtig für Kinder, aber auch unschätzbar für uns.

Montag, 28. September 2009

Grüne Gedanken

Mh, die Wahl ist vorbei und ich wünschte, Deutschland wäre etwas grüner geworden.

Aber ich verzage nicht und werde mich in meinen Möglichkeiten stärker bemühen, den Fußabdruck den ich mit meinem Leben auf diesem Planeten/in diesem Leben hinterlasse so weich wie möglich zu gestalten.

Ich werde mich bemühen noch aufmerksamer zu sein und noch mehr Sorgfalt auf all die jeden Tag zu fällenden unzähligen Entscheidungen zu verwenden.

Ein schöner Zufall darum der Ausflug am Sonntag nach Ratingen, aufs Land.
Der Chouchou und ich haben einen famosen Bauernhof entdeckt wo wir fortan Sonntags die Einkäufe für die kommende Woche erledigen wollen.
Gemüse, Obst, Brot, Wurst und Käse direkt vom freundlichen und artgerechten Erzeuger.

Und all das Restliche wird sich auch möglich tier- und menschenfreundlich produziert auftreiben lassen.

Und wir werden es uns leisten können, denn im Grunde ist es monetär gesehen nicht viel aufwendiger als unsere Discount-Ware.
Aber sehr viel wertvoller.

Donnerstag, 3. September 2009

Der Feenstaub-Tanz

Mein erstes Video!
Da ich immer noch nicht rausgefunden habe, wie man dieses mit dem Fotoapparat aufgenommene Video kleiner rechnet, bitte ich Interessierte unter "Feenstaub-Tanz" auf YouTube selber zu suchen oder folgende Zeile in den Browser zu kopieren.

http://www.youtube.com/watch?v=J1RkOhepflg

Ich möchte betonen dass ich mich mit dem Video nicht über die bezaubernden Tänzer lustig machen will. Im Gegenteil. Ich finde ihren Mut, einfach nach dem Bauch und eigenem Gusto zu tanzen inspierirend, wenn andere einem vorwerfen, man mache sich zum Affen, machen sie das durch ihre Engstirnigkeit doch selber.

Spiesser ist wer andere nach strikten eigenen Kriterien verurteilt.
Interessant wird das Leben erst durch das Fremde und Neue. Und schön durch das was uns zum Lächeln und Lachen bringt.

königliche Sperrmüll-Idee

Wenn ich König von Deutschland wäre würde ich das aktuelle Sperrmüll-System tout de suite abschaffen. Denn man wartet und wartet bis der Termin endlich da ist und man seinen Kram rausstellen kann. Und kaum hat man seinen Rücken den ungeliebten Altlasten zugewendet, flitzen auch schon von allen Seiten wuselige Menschen heran um sich das für sie wertvolle herauszupicken. Und auf wundersame Weise bleibt so meist nach einem Augenblinzeln kaum noch etwas für die in den frühen Morgenstunden mit kakophonischem Getöse anrumpelnden Sperrmüll-Männer übrig.

Warum dann nicht anders?

Warum nicht einmal im Monat einen Sonntag zum Tausch-Tag, zum Nehm-dir-was-du-brauchst-und-der-Vorbesitzer-eben-nicht-mehr-Tag ausrufen?

Morgens ab 10:30 (ich will ausschlafen!) darf alles was der Keller hergibt ordentlich vor das Haus gestellt werden, Rad und Fußwege bleiben natürlich STVO-verträglich frei.

Und dann kann bis in die späten Abendstunden durch die Gegend flaniert werden, alte Bollerwagen werde reaktiviert und des Sammlers Herz geht auf bei einem Überangebot an Kram. Und um 20:30 rücken dann die orangen Wagen in Kolonnen an und beseitigen den Rest, nachdem sie sich vielleicht an den Würstchen und der Limonade gelabt haben an denen es bei so einem Gemeinschaftsfestlichen Tag nicht mangeln darf. Und Kuchen!

Und ich bin mir fast sicher dass die Sperrmüll-Männer kaum noch etwas zu ihren Zerstörungs-Stellen zu bugsieren haben. Aller Tand und alles Gerümpel, alle Preziositäten, geliebte aber ausrangierte Kostbarkeiten werden ihre Besitzer wechseln, ein Tag des Tauschen, des Ausrangierens und mit alten fremden Dingen neu Einrichtens!
Grandios.
Wenn ich König von Deutschland wär.
Dann könnte mich diese hyperventilierende, konsumantreibende Einzelhandels- und Marketing-Lobby mal am Arsch lecken.

Dann bräuchte es nicht mehr immer nur das Neueste vom Neuesten und Morgen schon uraltem.
Dann würde gehegt und gepflegt und Geld für wirklich sinnvolles gespart.
Ein feines Abendessen mit Freunden. Mit Bio-Fleisch und fair gehandeltem Kaffee.
Damit sich ALLE besser fühlen!

Mittwoch, 2. September 2009

Im Leben gibt es keine Nieten.


Sondern immer die Aussicht auf was Besseres. Den Hauptgewinn. Wenn man rausgefunden hat was man überhaupt möchte...

Dienstag, 1. September 2009

Frau Fischer träumt. Ich auch.

In der Traum-Ausgabe meines Lieblings-Magazins brandeins war schon das Editorial toll. Der letzte Satz sollte hinter die Ohren tätowiert werden:

"... Es macht Spaß zu träumen. Wenn man verliebt ist, Urlaub hat oder schläft. Vor allem aber, wenn man hellwach ist und darüber sinniert, was man sich wünscht.
Wer es dann nicht beim Wünschen belässt, darf sich stolz Träumer nennen.

Gabriele Fischer
Chefredakteurin"

Samstag, 29. August 2009

Coraline

Mal was anderes: 
Man sieht einen Film, ist BEGEISTERT, man liest das Buch, findet es toll.
ABER: Der Film ist besser. Detailreicher, ausgeschmückter, liebevollst umgesetzt und ausstaffiert, mit weiteren Figuren versehen und den inneren Beweggründen noch mehr auf den Grund gehend.
Der Film ist ein MEISTERWERK, die grandiose Umsetzung aus Ausarbeitung und gar Fortentwicklung einer enorm guten Vorlage.
Coraline. Einer der besten Filme die ich in den letzten Jahren gesehen habe!

Freitag, 28. August 2009

Kadar Loth und Hermann Hesse

Liegt es daran dass mich Siddartha von Hermann Hesse so nachhaltig beeindruckt hat? Oder lag es am seligstimmenden kalifornischen Weisswein dass ich beim Zappen auf RTL2 hängen blieb und in der Antwort Kadar Loths (Referenzen: Penthouse und BigBrother und die Alm glaub ich...) Weisheit erkannte:

Frage: Was machen Sie beruflich?
Antwort: Ich bin einfach da.

Das musste ich mir langsam und genüsslich durch den Kopf gehen lassen. Welch grandiose Antwort. Auf so vieles.

Der Dalai Lama und die Nahrung

Nachdenklich machender Kalendereintrag vom 24. August 2009 meines französischen Abreisskalenders, frei übersetzt:

"Jeden Tag, bis zum Tod, essen und trinken wir um unseren Körper zu versorgen. Ich bin über 60 Jahre alt. Während dieser sechs Jahrzehnte, wie viel Kilo an Nahrung habe ich aufgenommen, welche Mengen an Fleisch habe ich verzehrt? Wie viele Leben hat meine eigene Existenz gekostet? Es wäre vielleicht besser gewesen, als Tier geboren zu werden, als Insekt zum Beispiel, um weniger Leid an anderen Lebewesen anzurichten.

Mhmh.
Und dazu dann all das Leid das man durch das ganze Gekaufe und Konsumiere von Produkten anrichtet, dessen Herkunft man gar nicht bedenkt...und trotzdem versuche ich nicht auf Käfer zu treten!








Ach ja, ein paar dröge aber dann doch zum Nachdenken anschubsende Fakten:

"Laut Berechnungen von Agrarexperten reichten die heutigen Produktionskapazitäten eigentlich aus, um neun Milliarden Menschen zu ernähren. Allerdings müssten dann die Tische der Welt anders gedeckt werden - mit einer sehr fleischarmen Kost. Lebte stattdessen jeder Mensch auf dem Konsumniveau eines Europäers, wären drei Planeten nötig, um den Lebensmittelbedarf aller zu decken.

Fleisch ist teuer und aufwendig zu erzeugen. Schon heute werden etwa 40 Prozent der globalen Getreideernte an Vieh verfüttert. Nur verwerten Tiere das Futter ineffizient. Ein Rind braucht etwa sieben Kilogramm Getreide, um ein Kilogramm Fleisch anzusetzen. Eine Tonne Protein aus Erbsen zu gewinnen, kostet einen Landwirt 1,3 Hektar Land und 185Kubikmeter Wasser.

Um die gleiche Menge Eiweiß aus Schweinefleisch zu gewinnen, braucht es einen wesentlich höheren Einsatz: Es müssten 125 Schweine mit etwa 50 Tonnen Pflanzen gefüttert werden, die 11421 Kubikmeter Wasser verbrauchten und auf 12,4 Hektar Land angebaut werden müssten."

Quelle:
Ich GLAUBE, es ist aus der brandeins.

Schöne Worte beim Lesen von Siddharta

Entselbstung, tausendhaft, durchglänzt.
Mhhhh.... :oD